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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 01.07.2020

Trennung oder Scheidung - Hohe Voraussetzungen für eine sog. Einbenennung des gemeinsamen Kindes

Manchmal kommt es bei Trennung oder Scheidung vor, dass der Elternteil, bei dem ein Kind lebt, auch möchte, dass das Kind seinen Nachnamen trägt, obwohl das Kind während der Ehe den Nachnamen des anderen Elternteils hatte. Wann eine solche sog. Einbenennung möglich ist, darüber hatte das Oberlandesgericht Oldenburg zu entscheiden (Az. 3 UF 145/19).

Ein 7-jähriger Junge war nach der Trennung der Eltern zunächst bei der Mutter geblieben. Er trug auch den Nachnamen der Mutter. Später wechselte er zum Vater. Er lebt jetzt mit seinem Vater und dessen neuer Ehefrau in einem Haushalt. Der Vater wollte, dass das Kind seinen Nachnamen annehme, weil dies u. a. in der Schule einfacher sei. Das Kind identifiziere sich auch mit dem väterlichen Namen.

Das Gericht vertrat jedoch die Auffassung, die Voraussetzungen für eine Einbenennung lägen nicht vor. Die grundsätzlich erforderliche Zustimmung des anderen Elternteils, die nicht vorlag, könne nicht gerichtlich ersetzt werden. Hierfür würden hohe Hürden gelten. Es müsse festgestellt werden, dass die Annahme des neuen Namens zum Wohl des Kindes erforderlich sei. Es reiche nicht aus, dem Kind nur Unannehmlichkeiten zu ersparen. Erforderlich sei, dass die Einbenennung unerlässlich sei, um konkret drohende Schäden von dem Kind abzuwenden, etwa wenn das Kind durch die Namensdifferenz außerordentlich psychisch belastet sei. Eine Einbenennung scheide aber grundsätzlich aus, wenn zwischen dem Kind und dem Elternteil, dessen Zustimmung ersetzt werden solle, eine tragfähige Beziehung bestehe. Dies sei hier der Fall gewesen.

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